presse zur Ausstellung "Damme Projekt"
2009


   
  
Lokalhelden /  03.2009              Oldenburgische Volkszeitung  /  02.2009                          Oldenburger Münsterland /  03. 2009          
                

DAMME PROJEKT – ACHIM RIETHMANN 

Pressetext


Damme Projekt: die Idee des Berliner Künstlers, Achim Riethmann, entwickelte sich im Gespräch beim Besuch des Dammer Galeristen. „Regional – National – International“ lautet die Auswahl der Künstler der Galerie Hans Tepe. Anlass genug für Riethmann dieses Prinzip auf eine eigens für Damme gefertigte Serie umzusetzen. Fragmente verkleideter menschlicher Gestalten, uniformierte bzw. institutionalisierte Einzelwesen und Gruppen, technische Gerätschaften, teilweise bis zur Unkenntlichkeit deformiert und pflanzliche Motive ziehen sich fein säuberlich gerahmt in einer konkret komponierten, interaktiven Reihenfolge durch die Räume der Galerie. Paradoxien des Heute.


Unscheinbar alltägliche Begebenheiten vermengen Privates mit Globalem. Wieder erkennbare Zustände zeigen diverse, aus ihren Zusammenhängen gelöste Figuren, verwandelt zu autonomen Protagonisten. Weiße Flächen dominieren augenfällig die Bildsprache der Einzelmotive, die eine spektakuläre Bildarchitektur bewirken. Die Auslöschung vorgegebenen Raumes betont die Körpersprache, erneuert den Kontext real möglicher Situationen und öffnet einen Resonanzraum für Illusionen. Vordergrund und Hintergrund sowie das Verhältnis von Raum und Fläche transformieren durch die Position der Geschöpfe bzw. Objekte in ein ambivalentes Raumgefüge. Freigelassenes suggeriert nüchterne Sachlichkeit unterstützt durch die reduzierte Wahl an Bildmotiven mit gestischem Vokabular. Scharfe Konturen unterstreichen die Gattung der gegenständlichen Malerei. Eindrucksvolles Licht und Schattenspiel auf den Oberflächen des Dargestellten verstärken die Plastizität.


Riethmann schöpft die Auswahl seiner Motivserien aus einem angelegten Fundus mit dem Schwerpunkt aus gesellschaftlichen und politischen Pressebildern sowie persönlichen Fotos. Die Motive seiner auf DINA4 Papier gemalten Aquarelle weisen gezielte Abweichungen bei Farbigkeit und dem Dargestellten auf. Durch den Verzicht auf Versatzstücke präzisiert Riethmann eine eigene Bildwelt und Position. Genauigkeit als auch hingebungsvolle Behandlung der dargestellten Situation oder Figur mit meisterhafter Arabeske zitieren einen „Minimalrealismus“ im Subjektivem und Allgemeinem.

Parallelen der Reduktion und Erzählung finden sich im jungen Werk Tim Eitels wieder. Aus dem Alltag gegriffene, hyperreale, menschliche Figuren Duane Hansons im Weißräumen der Museen platziert, weisen kommunikative und inhaltliche Zusammenhänge und Befindlichkeiten zu dem jungen Werk Riethmanns auf. Nicht zuletzt die verlorenen Gestalten Caspar David Friedrichs spiegeln sich in äußere Attribute wieder.


Als ausgezeichneter Meisterschüler von Leiko Ikemura an der Universität der Künste Berlin absolviert der 29 jährige gebürtige Londoner seit 2008 ein Atelierstipendium der Karl Hofer Gesellschaft. „Ein Künstler ist immer politisch“ sagt Riethmann, „sobald er sich mit seinem Werk der Öffentlichkeit stellt“ und macht 2006/07 mit Konzeptausstellungen in einem Dönerladen und einem Obdachlosencafe auf sich aufmerksam. Ein Teil der Dammer Ausstellung hat bereits einen Käufer gefunden und wird in weiteren europäischen Städten zu sehen sein. Die Vernissage findet am Freitag, den 27. Februar um 19.00 Uhr in der Galerie Hans Tepe in Damme, Große Straße 58 statt und ist bis zum 10. April zu sehen.


Hans Tepe

  
 
 
 
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