APO 12 – Nach Beat Wyss: „Reine psychische Intensität“

Galerie Stefan Westphal zeigt Karl-Hofer-Stipendiat Achim Riethmann

Berlin, 02.November 2009. Man könnte ihn den Meister des Weglassens nennen. Seine Bilder verstärken dort Ihre Aussage, wo Teile des Ganzen fehlen. Oder wie der Schweizer Kunsthistoriker Beat Wyss es wiedergab: „Bei Achim Riethmann zerfällt räumliche Erfahrung in der weißen Fläche des Bildträgers. Fragmentierung verfremdet das gegenständliche Motiv, das wir aus Zeitungen kennen.“

Starke Pressefotos und deren Verfremdung sind der Ausgangspunkt für den 30jährigen Riethmann. Dabei erhalten die auf das Papier gebrachten Motive Ihre Lebendigkeit durch fotorealistische Wiedergabe. „Ein Körper bewegt sich von einer Position zur anderen in einem sensomotorischen Akt, der nur für den Betrachter von Außen als räumliche Abfolge erscheint. Im Körper selbst erfährt sich Bewegung als inneres Erleben ohne Ausdehnung. In den Arbeiten der Ikemura-Schule verkehrt sich die Auffassung von der Realität,“ so Wyss.

Der 1979 in London geborene Riethmann kam nach seinem anfänglichen Studium am britischen Falmouth College of Art nach Berlin. Dort studierte er in der Klasse von Leiko Ikemura, als deren Meisterschüler er 2008 die Universität der Künste für ein Stipendium der Karl-Hofer-Gesellschaft verließ. Bereits früh legte er den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Bilder in Aquarell – eine frühe Festlegung ganz im Sinne der japanischen Tradition seiner Meisterin . „Achim Riethmann verbindet sehr sensibel das Innenleben und politische Leben dialektisch. Er schafft subtil subversive Schönheiten mit urbanen Landschaften oder sozio-politischen Motiven“, so Ikemura.

Die am 12. November beginnende Ausstellung bei Stefan Westphal zeigt erstmals eine Gesamtsicht Riethmanns über die vergangenen zwei Jahre. APO 12 ist hierbei ein Thema, dass seine Anklänge bei den apokalyptischen Reitern sucht. Die Vorboten der Apokalypse offenbaren die Wirklichkeit. U.a. Erdbeben in China, Soldaten in Afghanistan, Flugzeugabstürze - eine Realität, die man nicht suchen muß. Sie ist allerorts präsent - jeden Tag und überall.

Die Erfahrung, die sich beim Betrachten des Werks des Künstlers einstellt, bringen Ikemura und Wyss so auf den Punkt. „Vor allem das Auslassen von Narrativem schafft neue Lesbarkeiten, dekodiert von den bekannten Inhalten,“ so Ikemura. „Real ist nicht die messbare Raumzeit, sondern die inkommensurable Intensität von Dauer. Das Reale, das uns in diesen Werken berührt, ist, mit Henri Bergson gesprochen, reine psychische Intensität“, so Wyss.

Die Ausstellung APO12 des Künstlers Achim Riethmann findet vom 12. November 2009 bis 16. Januar 2010 in der Galerie Stefan Westphal in Berlins Prenzlauer Berg, Paul Robson Straße 42 statt. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Samstag von 15.00 bis 20.00 Uhr.

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