... im Zentrum seiner Arbeit steht die Identifizierung des Einzelnen in einer westlich geprägten, immer globaleren Gesellschaft und den gleichzeitigen Sehnsüchten und Phantasien des Individuums selbst. „

Leiko Ikemura, Professorin an der UdK


Mit einem besonderen Vergnügen ... kreiert der Berliner Künstler Ab- und Scheinbilder von gefundenen Realitäten unserer Gegenwart und verschränkt sie in Reihen als immer sensibel behandelte Versatzstücke mentaler Welt-Reisen. In unterschiedlichsten künstlerischen Techniken kreiert er Denk-Modelle, die ein breites Spektrum von thematischen Assoziationsketten genauso vorzuweisen wie auszulösen vermögen.“

Martin Hartung, Kunsttheoretiker

... Weiße Flächen dominieren augenfällig die Bildsprache der Einzelmotive, die eine spektakuläre Bildarchitektur bewirken. Die Auslöschung vorgegebenen Raumes betont die Körpersprache, erneuert den Kontext real möglicher Situationen und öffnet einen Resonanzraum für Illusionen. Vordergrund und Hintergrund sowie das Verhältnis von Raum und Fläche transformieren durch die Position der Geschöpfe bzw. Objekte in ein ambivalentes Raumgefüge. Freigelassenes suggeriert nüchterne Sachlichkeit, unterstützt durch die reduzierte Wahl an Bildmotiven.“

Hans Tepe, Galerist             


Globale, gesellschaftliche und/oder private Ausnahmesituationen bilden den thematischen Ausgangspunkt. Das können Naturkatastrophen, Unfälle aber auch kriegerische Auseinandersetzungen sein. Ich verwende Pressebilder, Bilder aus dem Internet oder eigene Fotos, von denen ich mir bestimmte Ausschnitte aneigne und diese als Vorlage für meine Malerei verwende. Dabei achte ich darauf, dass der Ausschnitt nicht nur eine konkrete Situation, sondern etwas allgemeines darstellt. Bei menschlichen Figuren z. B. geht es mir in der Regel um die Rolle, die diese Figur in einer Krisensituation erfüllt. Die verwendeten Fragmente schaffen im Kontrast zu nicht dargestellten Bildelementen sowohl inhaltlich als auch formell ein Spannungsfeld für thematische sowie räumliche Interpretationen.


Ausnahmesituationen stellen in Ihrer Dramatik oft auch einen Wandel dar, von einem Zustand in einen anderen. Dieser Wechsel, dieser Moment des Entstehens aus etwas altem fasziniert mich. In meinen Arbeiten spielt diese Spannung zwischen dem Auflösen, dem Verschwinden und dem Kreieren die zentrale Rolle, sowohl in der Wahl meiner Motive, als auch in der Art der Darstellung.


Achim Riethmann

 
 
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